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Picasso.Handmade: Zeichnungen und Keramiken im Cavazzen Museum Lindau

Lindau – Er hat die Kunst des 20. Jahrhunderts revolutioniert wie kaum ein anderer: Pablo Picasso (1881-1973). Mit seiner unermüdlichen Schöpferkraft erfand er sich ein Leben lang immer wieder neu. Die Lindauer Sonderausstellung Picasso.Handmade zeigt vom 2. Mai bis 1. November 2026 über 90 Arbeiten des Jahrhundertkünstlers – Zeichnungen und Keramiken aus all seinen Schaffensphasen: von frühen Skizzen, Werken aus der Blauen Periode über die radikale Formauflösung des Kubismus bis zu den kostbaren Keramiken. Zu sehen sind Arbeiten, die vom Suchen und Finden erzählen und Zeugnis davon geben, wie Picasso seine ganz eigene Handschrift entwickelt, verwirft und wiederfindet. Präsentiert wird die Schau in den neu gestalteten Räumen des Cavazzen Museums. Das Barockpalais im Herzen der Bodenseeinsel wurde im vergangenen Jahr nach seiner umfangreichen Sanierung wiedereröffnet und erstrahlt außen wie innen in neuem – oder besser altem – Glanz.

„Wie andere Tagebuch schreiben, so zeichne ich“, beschreibt Picasso selbst sein Experimentieren mit Bleistift oder Kreide. Und so wird in der die Lindauer Ausstellung Strich für Strich das künstlerische Denken des Meisters sichtbar, in einer frappierenden Sicherheit der Linie und Form und seiner Unmittelbarkeit. Dabei treten die Zeichnungen in Dialog mit Picassos Keramiken – Vasen, Schalen, Gefäße, entstanden vor allem im südfranzösischen Vallauris – von Hand geformt, bemalt und schließlich im Feuer gebrannt.

Mit den Zeichnungen und Keramiken begegnen sich zwei Ausdrucksformen, zwei Welten des Künstlers: hier das skizzenhafte Herangehen an ein Thema, dort das Formen mit erdigem Ton. Auf beiden Seiten: Picasso, der nicht einfach abbildet, sondern verwandelt, ja neu erschafft.

Mit Picasso.Handmade kehren die Sonderausstellungen der Klassischen Moderne in das Barockpalais zurück und knüpfen an eine besondere Erfolgsgeschichte an: Seit 2011 haben insgesamt rund eine Million Menschen die Präsentationen besucht. Kuratiert wird die Ausstellung von Prof. Dr. Roland Doschka und Dr. Sophie Sümmermann. Es ist bereits die dritte Picasso-Ausstellung, die der Experte Doschka für Lindau entwickelt hat. Seine Erfahrung, seine Freundschaft zu Jacqueline Picasso, der verstorbenen Ehefrau des Künstlers, und sein hervorragendes Netzwerk werden ergänzt durch die Expertise und den neuen Blick von Dr. Sophie Sümmermann. Die Kunstwissenschaftlerin hat im Jahr 2024 die erfolgreiche Christo und Jeanne-Claude-Ausstellung in Lindau kuratiert.

Picasso.Handmade nimmt die Besucherinnen und Besucher mit in die Welt des jungen Spaniers Pablo Ruiz y Picasso, der von seinem Vater, einem Zeichenlehrer, den Umgang mit Bleistift und Pastellkreide lernt, der nach Paris aufbricht und im Künstlerviertel Montmartre heimisch wird, der seiner Faszination für den Stierkampf Ausdruck verleiht und der immer wieder die Frauen malt, die ihn begleiten, unterstützen, faszinieren und inspirieren.

Zur Keramik findet Picasso in seiner zweiten Lebenshälfte: Seit 1947 arbeitet er im südfranzösischen Vallauris und entdeckt das Material, das vielgestaltig formbar und dauerhaft zugleich ist. In der Beschäftigung mit dem Werkstoff Ton findet er eine neue Möglichkeit, schöpferisch tätig zu sein – Formen entstehen, werden verändert, bemalt und im Brennvorgang dauerhaft fixiert. Seine Leidenschaft für die Keramik ist auch ein schöpferisches Aufbäumen gegen den Tod, ein Versuch, der Vergänglichkeit etwas entgegenzusetzen.

Zu den Besonderheiten der Lindauer Ausstellungen gehört es seit Beginn, dass Leihgaben aus privaten Sammlungen gezeigt werden. Auch in diesem Jahr wird den Besucherinnen und Besuchern wieder das Privileg zuteil, neben Werken aus namhaften Museen (wie dem Picasso Museum Barcelona) Arbeiten zu entdecken, die ansonsten unzugänglich für die Öffentlichkeit hinter verschlossenen Türen ruhen. So etwa drei zarte, unscheinbare Figuren, die Pablo Picasso einst für seine Kinder aus Karton bastelte und bemalte. Oder ein Buch, vom Künstler signiert und mit einer seiner ikonischen Tauben illustriert.

Der berühmten Friedenstaube ist das letzte Kabinett der Ausstellung gewidmet: Die gezeichnete Taube begegnet hier einer von Picasso handgeformten Keramik-Taube: ein Werk, das durch seine Seltenheit und schlichte Schönheit besticht. Nur wenige dieser Tauben existieren weltweit. Das Motiv der Taube wurde als Friedenssymbol weltberühmt.

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David Douglas Duncan, Pablo Picasso als Spanier, mit Hut und Umhang der Sevillaner, 1957, Villa La Californie, Cannes © David Douglas Duncan/Harry Ransom Center


Stefanie Bernhard-Lentz
E-Mail: stefanie.bernhard-lentz@lindau.de
Tel: +49 8382 277 565 29

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